Kompressions-Strümpfe

Das Vier-Klassen-System der Kompression

Der Druck, den Kompressionsstrümpfe auf das Bein ausüben, muss von distal nach proximal abnehmen. Nach der Norm der GZG (Gütezeichengemeinschaft Medizinische Gummistrümpfe e.V.) unterscheidet man vier Kompressionsklassen, gemessen wird der Andruck im Fesselbereich:

Kompressionsklasse I:  leicht (8,4 - 21,2 mmHg)

Indikationen: Schwere- und Müdigkeitsgefühl in den Beinen, geringe Varikose ohne wesentliche Ödemneigung, beginnende Schwangerschaftsvarikose.

Kompressionsklasse II:  mittelkräftig (25,1 - 32,1 mmHg)

Indikationen: stärkere Beschwerden, ausgeprägte Varikose mit Ödemneigung, posttraumatische Schwellungszustände, nach Abheilung unerheblicher Ulzerationen, nach oberflächlicher Thrombophlebitis, nach Verödung und Varizen-Operation zur Stabilisierung des Behandlungserfolgs, stärkere Schwangerschaftsvarikose.

Kompressionsklasse III:  leicht (8,4 - 21,2 mmHg)

Indikationen: alle Folgezustände der konstitutionellen oder postthrombotischen venösen Insuffizienz, schwere Ödemneigung, sekundäre Varikose, Atrophie blanche, Dermatosklerose, nach Abheilung schwerer (Rezidiv-) Ulzera.

Kompressionsklasse IV:  extra kräftig (über 59 mmHg)

Indikationen: Lymphödem, Elephantiasis.

Die Verordnung

Medizinische Zweizug-Kompressionsstrümpfe sichern den Therapieerfolg, beugen Rezidiven vor und wirken prophylaktisch. Nur diese sind als Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig. Weder Stützstrümpfe noch Anti-Thrombose-Strümpfe erfüllen die strengen Anforderungen in punkto Druck und Haltbarkeit.

Kompressionsstrümpfe der Klassen III und IV sind für ältere Patienten oft schwierig an- und auszuziehen. in diesem Fall können auch zwei Strümpfe niedriger Kompressionsklassen übereinandergetragen werden – der Druck addiert sich. Die kombinierte Verordnung ist entsprechend zu begründen.