Oberschenkel

Der MAS-Schaft

MAS-Schaft
MAS Schaft in Anwendung

Der sitzbeinumgreifende Schaft gilt aufgrund seiner funktionellen und biomechanischen Eigenschaften als vorteilhaft in der Versorgung Amputierter. Marlo Ortiz entwickelte diesen in den letzten Jahren zum so genannten MAS-Schaft (Marlo Anatomical Socket) weiter. Das MAS-Schaftdesign wird als innovative Technologie beschrieben, die dem Patienten eine bessere Steuerung der Prothese, höhere Bewegungsfreiheit im Hüftgelenk und nicht zuletzt eine vorteilhafte kosmetische Gestaltung ermöglicht. 

Diese abgewandelte Technik kombiniert die Berücksichtigung individueller anatomischer Formen mit hoher Funktionalität und Passgenauigkeit des Schaftes mit gleichzeitiger geringer Einschränkung der Beweglichkeit des Stumpfes aus dem Hüftgelenk heraus.    

Welche Vorteile bietet das alles nun für den Anwender? 

Fest steht, dass sich die Bewegungsfreiheit mit dem M.A.S. Schaft enorm verbessert, auch wenn die artistischen Verrenkungen, mit denen Marlo Ortiz seine Probanden gerne werbewirksam posieren lässt, für den Alltag nicht ganz so wichtig sind. Relevanter ist zum Beispiel, dass das Zubinden der Schnürsenkel auch bei angezogener Prothese zum Kinderspiel wird. Schiefes und unbequemes Sitzen, einerlei ob im Büro, bei langen Autofahrten oder auf dem Barhocker, ist endlich passé, weil die Pobacke volle Tuchfühlung hat und der Schaftrand nicht mehr drückt.  Der Schaft kommt beim Fahrrad fahren nicht mehr mit dem Sattel ins Gehege. Sogar auf einen Liner kann verzichtet werden, weil sich der M.A.S. Schaft selbst bei langen und schweißtreibenden Fahrradtouren nicht lockert. Als Material für den Innenschaft kommt momentan hochtemperaturvernetztes Silikon (HTV) zum Einsatz; eine Linerversorgung ist aber ebenso möglich, wie sich wohl prinzipiell auch ein M.A.S. Schaft aus Holz fertigen ließe. Die für Marlo Ortiz besonders wichtigen Aspekte – der Schaft soll sich unter enger Kleidung weniger abzeichnen –, ist sicher auch ein wichtiger kosmetischer Effekt.