Oberschenkel

Oberschenkelamputation

Die Oberschenkelamputation sollte nur durchgeführt werden, wenn sichergestellt ist, dass eine niedrigere Amputationsart nicht in Frage kommt. Da der Oberschenkelstumpf endständig nicht belastbar ist, weil der Knochen glatt abgesägt wird, muss der Stumpf im Normalfall über den Beckenknochen (Sitzbein) entlastet werden. 

Dieses Aufsitzen des Sitzbeinknochens auf einem mehr oder weniger harten Schaft ist für die Haut gewöhnungsbedürftig. Aufgrund der relativ vielen Weichteile am Oberschenkel muss der Oberschenkelstumpf in den Schaft eingezogen werden. Dies bereitet besonders älteren Patienten große Probleme, weil es im Stehen erfolgen muss. 

Einziehhilfen wie das Quickfix erleichtern diesen Prozess. Es handelt sich hierbei um eine Anziehhilfe aus Fallschirmspringerseide, die erheblich leichter durch den Prothesenschaft zu ziehen geht als gewöhnliche Schlauchbinden.

 

Fertigungstechnik

Fertigungstechnik mit CNC-Fräse

Abdrücke zur Herstellung von Oberschenkelprothesen wurden bis vor wenigen Jahren ausschließlich nach Gipsabdruck hergestellt. Auch hier hat der Computer Einzug gehalten. Das Volumen des Stumpfes wird präzise berechnet und auf eine CNC-Fräse übertragen, die das passende Modell exakt ausfräst. Der Prothesenschaft wird allerdings noch von Hand gefertigt. Die modernen Verfahren können mit Sicherheit nicht den erfahrenen Techniker ersetzen; sie sorgen aber bei hoher Genauigkeit für erheblich kürzere Fertigungszeiten.