Unter-/Oberschenkelorthesen

Malmö-Orthese (Prepreg-Verfahren)

Knieorthese im Prepeg-Verfahren (Malmö-Orthese)
Knieorthese im Prepeg-Verfahren (Malmö-Orthese)

Seit 10 Jahren stellen wir sogenannte Carbon-Orthesen her. Die Carbonfaser ist eine sehr stabile Hochleistungsfaser, die ursprünglich aus dem Flugzeugbau kommt. Heute ist sie aus Bauelementen, die leicht und stabil sein sollen, nicht mehr wegzudenken (Fahrzeugbau, Fahrräder, Surfbretter etc.). Was lag also näher diese Faser auch in der Orthopädie-Technik zu verwenden. Die Faser wird während der Herstellung in unserer Werkstatt mit Acrylharz vergossen und ersetzt in den Stützapparaten die Schienen und Schellen der Konstruktion. Die Funktion der Knie- und Knöchelgelenke wird bei dieser Technik nicht beeinträchtigt und werden in altbewährter Technik kurz einlaminiert. Eine weitere Gewichtsreduzierung ist seit zwei Jahren durch Titangelenke möglich.

Eine interessante Alternative in der Herstellung bietet das seit einigen Monaten industrielle Prepreg-Verfahren. Dabei werden vorimprägnierte Fasern, die kühl gelagert werden müssen und hochverderblich sind, unter hohem Druck und hoher Temperatur verarbeitet. Dadurch ist gewährleistet, dass die verwendete Faser über das Maximum an notwendigem Harz und einem Minimum an Gewicht verfügt.

Durch das Aushärten unter hohem Druck und großer Hitze wird beim Orthesen-Herstellprozeß nochmals Harz "ausgeschwitzt" und eine zusätzliche Gewichtsreduzierung erzielt. Da dadurch das verhärtende Harz weitgehend reduziert wird, können mittels Prepregs gezielt elastische oder federnde konstruktive Elemente hergestellt werden.

 

Das grundlegende Verfahren wurde in Schweden entwickelt. Daher die Namensgebung Malmö-Technik. 

Die wichtigsten Vorteile durch die hohe Faserdichte sind:

  • noch einmal erheblich reduziertes Gewicht gegenüber einer Carbon-Orthese
  • abgestufte Materialstärke und damit gezielte Materialeigenschaften
  • hohe Stabilität bei geringer Wanddicke
  • Torsionsflexibilität wenn gewünscht
  • hohe Funktionalität und gute Kosmetik

Die Orthesen in Malmö-Technik können für alle Versorgungshöhen angefertigt werden. Sie unterscheiden sich von den herkömmlichen Carbon-Orthesen lediglich in der Herstellungstechnik. Durch die andere Herstellungstechnik können durch den gezielten Einsatz und die Lage der Fasern Torsionsflexible und halbelastische Anteile in die Orthese mit eingearbeitet werden.

Für die entgültige Gestaltung der Orthese sind alle bekannten Materialien möglich:

  • Lederbezug
  • Einarbeitung von Lederhülsen
  • Lederfütterung der Schellen
  • Kunststoffhülsen für wasserfeste Orthesen
  • Lackierung auf Wunsch in allen Farben

Die Orthesen können sowohl in der Carbonfaser-Technik als auch im Prepeg-Verfahren sehr körpernah gearbeitet werden und bieten somit eine hohe Kosmetik. Dies schließt natürlich nicht aus, dass bei Patienten, die zeitweise zu Schwellungen neigen auch mit Abstand zum Bein gearbeitet werden kann.